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Afrika

Kirchenbau in Kibwanga/Kongo von Paul Guther

Bericht über die Reise in die Demokratische Republik Kongo vom 15. – 25.09.2011
Paul Guther, Steuerberater und Schatzmeister von Kirchen für den Osten e.V. leitet auch die Malteser Ortsgruppe Ehingen. In dieser Funktion des Malteser Hilfsdienstes bittet er um Unterstützung für dieses Projekt.

Die Kinder von Kibwanga beim Schulunterricht

Paul Guther und seine Freunde aus Kibwanga/Kongo

Teilnehmer: Pfarrer Franklin Mboma, Ehingen
Paul H. Guter, Malteser Hilfsdienst Ehingen e.V.

Zweck: Erkundung ob der Wunsch von Pfarrer Franklin Mboma, in Kibwanga,
im Kongo dem Geburtsort seiner Mutter, eine bescheidene Kirche mit sozialem Zweckbau zu erstellen, erfüllbar ist?

Pfarrer Franklin Mboma sprach wiederholt mit mir über seinen Herzenswunsch in Kibwanga, im Kongo, eine Kirche zu bauen. Eine Kirche in Afrika zu bauen, zudem im instabilen Umfeld des Kongo, ist nicht gerade alltägliches Tun. Aber Franklin schilderte und berichtete mir immer wieder vom Leben im Kongo. Er ist mit Herz und Seele Kongolese, möchte seinen Landsleuten helfen, besser gesagt ihnen den schweren Alltag etwas erleichtern. Seine Heimat liegt ca. 600 km nord-östlich der Hauptstadt Kinshasa, in einer Gemeinschaft von 4 Dörfern mit 3.000 Einwohnern, Kibwanga, Lombe, Kabala und Mikwari.
Geboren ist er im Krankenhaus von Djuma, jedoch sein Herz hängt an Kibwanga, dem Geburtsort seiner Mutter.
Die Bewohner der genannten 4 Dörfer sind fast ausschließlich Katholiken und die nächstgelegene Pfarrkirche steht im 80 km entfernten Djuma. Nach Kibwanga führt nur ein Erdweg/Sandweg, es gibt weder Elektrizität noch fliesend Wasser. Die Menschen leben in bitterer Armut. Alle 6-8 Wochen kommt ein Priester aus Djuma und zelebriert unter freiem Himmel eine Hl. Messe. Die Dorfschule besteht aus einer Bambushütte, es gibt keinerlei sanitäre Einrichtungen, an Erste-Hilfe-Möglichkeiten ist gar nicht zu denken. So meine auf der Reise gewonnenen Eindrücke.

Fränklin sprach mit mir immer wieder über seinen Wunsch im Kongo eine Kirche zu bauen. In ihm Hoffnungen zu wecken, oder gar eine Zusage zu machen, wollte und konnte ich nicht. Also beschloss ich mit Franklin in den Kongo zu reisen um mich vor Ort umzusehen und auch um ein kleines Stück von diesem riesigen Land kennenzulernen.

Reiseverlauf

Do. 15.09.2011 Flug mir Air France von Stuttgart über Paris nach Kinshasa, der Hauptstadt des Kongo mit 10 Mio. Einwohnern. Übernachtung im Provinzialhaus der Passionisten.

Fr. 16.09.2011 6.00 Uhr Hl. Messe in der Hauskapelle.
Proviantbeschaffung, incl. Trinkwasser für mehrere Tage im Landesinneren, Besuch beim Bischof.

Sa. 17.09.2011 6.00 Uhr Hl. Messe in der Hauskapelle.
Beschaffung eines Fahrzeugs (Toyota Land Cruiser) Fahrtbeginn Richtung Kenge mit Ziel Kikwit, 630 km östlich Kinshasa. Nach 80 km Motorpanne, nach 130 km weitere Motorpanne und Rückkehr nach Kinshasa.

So. 18.09.2011 Besorgung eines Ersatzfahrzeuges und Nachfahrt nach Kikwit, Übernachtung in Kikwit.

Mo. 19.09.2011 Pfarrer Mboma gehört zur Diözese Kikwit, Besuch bei seinem Bischof.
Fahrzeugmiete mit Chauffeur von der Schwesternstation und Fahrt nach Djuma. Am Abend letzte Gelegenheit mit einer Fähre den gr. Fluss nach Djuma zu überqueren. Übernachtung im Pfarrhaus Djuma.

Di. 20.09.2011 Fahrt nach Kibwanga, mit Flussüberquerung. Großartiger Empfang in Kibwanga. Afrikanische Musik, Tanzgruppen, Kindergruppen und Fußballspiel, alles für 2 Gäste. Kein elektrisches Licht ab 18.00 Uhr im Feuerschein Tanz und afrikanische Lieder bis 2.00 Uhr Nachts. Arme Menschen, gastfreundlich und friedlich, boten für uns Gäste alles auf was in so einem Dorf machbar ist. Beschämt und glücklich schlief ich ein, es war einer der schönsten Tage in meinem Leben.

Mi. 21.09.2011 Grundstückskauf für den angedachten Kirchenbau, obligatorischer Kaufpreis 50 USD.
Weiterfahrt nach Bandundu, 500.000 Einwohner. Am großen Fluss, mitten im Urwald kommt keine Fähre. Mit einem Einbaum müssen wir die Autobatterie aus unserem Toyota Land Cruiser über den Fluss zur Fähre bringen, nur so kann die Fähre gestartet werden. Ein richtiges Dschungelabenteuer mit Einbaum, Krokodilen und viel defekter Technik. Übernachtung im Pfarrhaus von Bandundu neben der großen Kirche.

Do. 21.09.2011 6.00 Uhr Frühmesse, zur Überraschung mit 200 Gläubigen. Besuch im Hause Franklins Vater, Gespräch mit Pfarrer Bernhard, Rundgang in einer Stadt mit etwas Ordnung, Besuch der Universität, Kindergarten und versch. Einrichtungen. Besuch auch beim Generalvikar Onesime, welcher im Sommer in Schaiblishausen bei uns zu Gast war. Übernachtung in Bandundu.

Fr. 22.09.2011 6.00 Uhr Frühmesse, wieder ca. 250 Gläubige, so früh und dies Werktags.
Fahrt über Kenge nach Kinshasa.

Sa. 23.09.2011 Treffen mit Verwandten von Pfarrer Mboma, einem Bauingenieur und einem Architekten. Falls die Kirche mit Sozialstation im Kibwanga gebaut wird wollen sie planen, Baumaterial beschaffen, die Transporte organisieren und so eigene Beiträge leisten. Am Abend Abflug mit Air France nach Paris.

So. 24.09.2011 Ankunft in Paris und Weiterflug nach Stuttgart, glückliche Heimkehr ohne gesundheitlichen Schaden.

Rückblick

Ich danke meinem Freund Franklin für die schwierige, aber doch sehr schöne und
aufschlussreiche Reise. Das Leben in Kinshasa ist entsetzlich. Die Menschen leben in
Armut, im Schmutz und im Müll, sind arbeits- und häufig auch obdachlos. In der Hoffnung
in der Stadt Arbeit zu finden ziehen sie weg aus der Armut in der dörflichen Bambushütte.
Bildung und Gesundheitswesen sind auf dem Land nicht anzutreffen, aber der Funke
Hoffnung treibt sie in das pure Elend der Stadt.

Jenen Menschen die auf den Dörfern leben möchte Franklin helfen. In Kibwanga traf ich nur fröhliche, nette, gastfreundliche Menschen. Der Empfang war so herzlich wie man ihn kaum beschreiben kann. Die Menschen sehnen sich nach der in Aussicht gestellten Kirche. Ebenso sehnen sie sich nach einer Verbesserung der bescheidenen Schule und hoffen auf eine minimale medizinische Versorgung. Mit wenig Mitteln könnten 2 oder 3 Frauen eine sanitäre Ausbildung absolvieren, aber sie brauchen in Kibwanga hierfür eine Räumlichkeit.
Nach der Reise bin ich überzeugt in Kibwanga soll die Kirche mit sozialem Zweckbau erstellt werden. Dafür setzte ich mich ein und brauche die Unterstützung von vielen vielen hilfsbereiten Menschen.



Paul H. Guter
Malteser Hilfsdienst e.V.